ECSO-Projekt

Mit großzügiger finanzieller Unterstützung von Porticus und der Open Society Initiative for Europe (OSIFE) hat die Maecenata Stiftung ein ehrgeiziges Projekt in Angriff genommen, das auf der Beobachtung beruht, dass sich der Handlungsspielraum für die Zivilgesellschaft und der Raum für bürgerschaftliches Handeln und Partizipation im Allgemeinen verändern und sich in vielen politischen Wahlkreisen verschlechtert haben. Das European Civic Space Observatory (ECSO), das vom Maecenata Institut für Philanthropie and Zivilgesellschaft (MI) in diesem größeren Rahmen durchgeführt wird, soll einen theoretischen und empirischen Beitrag zur wissenschaftlichen Debatte über dieses Phänomen leisten, das im Folgenden als Schrumpfender Ziviler Raum (Shrinking Civic Space, SCS) bezeichnet wird.

Angesichts der Tatsache, dass der Raum, in dem zivilgesellschaftliche Akteure und einzelne Bürgerinnen und Bürger einen Beitrag zu öffentlichen Angelegenheiten leisten, in Europa einem grundlegenden Wandel unterworfen ist, wird sich das dreijährige Forschungs- und Sensibilisierungsprojekt auf Europa konzentrieren. Während in einigen Bereichen die Schlagkraft bürgerschaftlicher Initiativen heute größer ist als je zuvor, ist in anderen Bereichen bürgerschaftliches Handeln höchst umstritten. Generell kann vermutet werden, dass Regierungen versuchen, nichtstaatliche Akteure aus dem öffentlichen Raum zu verdrängen und/oder sie auf eine unterstützende Dienstleistung zu reduzieren. Auch Verstöße gegen grundlegende Menschen- und Bürgerrechte werden zu einem häufigen Phänomen.

ECSO entwickelt ein Überwachungssystem, das sensibel genug ist, um die Grenzen des Civic Space in europäischen Demokratien zu erfassen und einen theoretischen Ansatz zu liefern, der das Paradoxon „Civic Space wächst und schwindet zur gleichen Zeit“ hinreichend erklärt. Zu diesem Zweck wird das Maecenata Institut ein Netzwerk von Mitarbeitern in ausgewählten europäischen Ländern aufbauen. Da es sich um eine deutsche Institution handelt, wird Deutschland ein besonderer Schwerpunkt gewidmet werden. Darüber hinaus zielt das Projekt darauf ab, eine Reihe von akademischen Bestrebungen und anderen Studien anzusprechen und einzubeziehen, die die Gesamtziele des Projekts bereichern können. Schließlich ist die Verbreitung der Ergebnisse und die Sensibilisierung für die damit verbundenen Fragen ein zentraler Bestandteil des Projekts.

 

Aktuelle Meldungen zum ECSO-Projekt

  • Reform des Stiftungsrechts – Wissenschaftler richten offenen Brief an Ministerin Lambrecht

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    In einem offenen Brief (siehe unten) haben 5 im Stiftungswesen erfahrene Wissenschaftler an Bundesjustizministerin Lambrecht appelliert, den im September 2020 vorgelegten Reformentwurf gründlich zu überarbeiten. Der Entwurf war bei Verbänden und Experten auf massive Kritik gestoßen.
  • Zivilgesellschaft in der Schweiz – die omnipräsente Unbekannte

    Zivilgesellschaft in der Schweiz – die omnipräsente Unbekannte

    Observatorium 48 | 13.01.2021 | Fast alle Mitglieder von Gemeinderäten in der Schweiz präsidieren gleichzeitig einen oder mehrere Vereine. Und zahlreiche CEOs wirken ehrenamtlich in einem Stiftungsrat. Gleichzeitig sind die Existenz und die Rolle der Zivilgesellschaft in der Schweiz den wenigsten bewusst. Darum überrascht es wenig, dass Politik und Wirtschaft empört reagieren oder gar zu Sanktionen greifen, wenn sich zivilgesellschaftliche Akteure aktiv in gesellschaftspolitische Debatten einbringen.
  • Coronavirus as a Catalyst for Global Civil Society

    Coronavirus as a Catalyst for Global Civil Society

    07. December 2020 | via Carnegie Endowment for International Peace | Richard Youngs | The coronavirus has been a wake-up call for global civil society. It will come out of the pandemic looking very different—and this change will be a significant factor in a now highly fluid international politics.

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