TG Schlaglicht: I AM WATER

12.09.2022 | I AM WATER

Wo Wasser ist, da ist Leben. Ein Leitspruch, der sich bis in die griechische Mythologie zurückverfolgen lässt, in der noch Okeanos, seinerseits Gott des Weltmeeres, als Schöpfer des Lebendigen galt. Diesen Nimbus haben die Ozeane gegenwärtig eingebüßt, schließlich assoziiert man mit dem Bild des Ozeans heute weniger majestätisch wogendes Wasser als ein wimmelndes Plastikwellenbad, dessen Zuläufe zu allem Überdruss hoffnungslos kontaminiert sind. Letzteres lässt sich auch im Lokalen vernehmen, zumindest immer dann, wenn Flüsse vom natürlichen Lebensraum zur giftigen Todesbrühe umkippen, wovon die jüngsten Fischsterbeereignisse u.a. in Oder und Stever zeugen. Der häufige Grund: Naheliegende Gewässer sind für viele Zeitgenossen weniger Ort der Faszination als günstig gelegene Abfallbecken für den angesammelten Unrat. Auch Unternehmen und gar Staaten haben diese Praxis übernommen und so sammeln sich in den Tiefen der Ozeane seit Jahrzehnten nukleare Abfallfässer und Atom-U-Boote, nebst Chemikalien und Tonnen an Konsumentenmüll. Umweltschützer warnen seit langem vor dieser großflächigen Naturzerstörung, die zur globalen Normalität geworden ist. Immerhin tut sich etwas: Die Vereinten Nationen wollen in ihren SDGs (das sind die 2015 verabschiedeten Ziele nachhaltiger Entwicklung) explizit die Verschmutzung der Gewässer beseitigen (s. hierzu insb. SDG 13: „Climate Action“ sowie SDG 14: „Life Under Water“). Doch um diese reinzuwaschen, braucht es neben staatlichen Anstrengungen auch zivilgesellschaftliche Initiativen und Organisationen. Einige von ihnen sind Teil des Netzwerks Transnational Giving der Maecenata Stiftung, wie die „I AM WATER foundation“ aus Südafrika, dessen Arbeit hier mit einem Schlaglicht beleuchtet werden soll.

Viele Organisationen, die im Rahmen von SDG 13 & 14 aktiv sind, setzen mit ihrer Arbeit dann ein, wenn die Wasserverschmutzung bereits geschehen ist. Die dabei angewandten Verfahren, um etwa chemische Abfälle oder auch die diversen Sorten Plastik gründlich zu entfernen, sind nicht selten technisch hochanspruchsvoll und entsprechend kostspielig. Die I AM WATER foundation aus Kapstadt denkt einen Schritt voraus und adressiert die Haltung jener Menschen, die in der südafrikanischen Millionenstadt nahe der Tafelbucht leben. Die Entsorgung von Müll ist hier besonders problematisch, er gelangt schnell in den Atlantik. Daher lautet das erklärte Ziel der I AM WATER foundation, der Bevölkerung den Aufbau zu einer persönlichen Beziehung mit ihrer natürlichen Umgebung zu ermöglichen. Nicht belehren sollen die hierfür aufgelegten holistischen Bildungsprogramme, sondern bereichern, mit positiven Effekten für die Region und ansässigen Communities. Das Flagship-Projekt ist der „Ocean Guardians Workshop“, bei dem die Teilnehmenden nicht nur profunde Erkenntnisse zu Naturkreisläufen sowie praktische Handlungskompetenzen erlernen (etwa das Wasser selbst schwimmend und tauchend erleben), sondern auch zu Multiplikator:innen geschult werden. Das Ziel: So sollen sie ihr Wissen zurück in ihre Gemeinschaften tragen, aus denen sie stammen und die an der Küste leben. Die Angebote richten sich vor allem an die junge Generation, tausende Jugendliche konnten so bereits erreicht werden. Insbesondere die „Community Coaches“ spielen hierbei eine wichtige Rolle, auch sie werden direkt von der I AM WATER foundation ausgebildet, um Workshops durchzuführen. Über 50 Community Coaches haben dieses Training bereits durchlaufen, 28 von ihnen sind bereits aktiv. Es bleibt zu hoffen, dass mit Programmen wie diesen der Schlüssel für einen nachhaltigen Wandel in der Region gefunden ist, der globale Auswirkungen hätte.

Die Erdoberfläche ist zu über 70 Prozent mit Wasser bedeckt. Ein riesiges, überwiegend unerforschtes Gebiet, in dem durch neue Techniken regelmäßig bis dato unbekannte, faszinierende Tiere und Lebenswelten entdeckt werden. Der Großteil der Tiefsee bleibt für uns jedoch weiterhin im Verborgenen. Um ihn vor der Zerstörung zu bewahren, braucht es die Zivilgesellschaft, um einen Paradigmenwechsel unseres Naturverständnisses und -verhältnisses herbeizuführen. Die I AM WATER foundation demonstriert, wie mit einem pragmatischen Mindset hierzu ganz konkret etwas geleistet werden kann.

(C) I AM WATER foundation

Mit vielen weiteren Akteur:innen leistet er einen wichtigen Beitrag, um auch für die künftigen Generationen eine Welt zu bewahren, in der es sich zu leben lohnt.

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