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05.09.2022 | BASS

Indien wird als die „größte Demokratie der Welt“ bezeichnet. Doch es gibt gute Gründe, dieser Auszeichnung mit einiger Skepsis zu begegnen. Dies liegt neben offensichtlichen Menschenrechtsverstößen gegen Minderheiten, unter anderem an der widersprüchlichen Armutsbekämpfung der indischen Regierung.

Während Zentren wie Mumbai, Delhi oder Bangalore boomen, sind 15 % der Menschen in Indien unterernährt. Etwa ein Drittel aller Kinder unter fünf Jahren leidet auf Grund von chronischer Unterernährung an Wachstumsverzögerungen. Eine weitere Erscheinungsform von Armut ist Kinderarbeit. Laut UNICEF geht jedes fünfte indische Kind zwischen sechs und 14 Jahren nicht zur Schule; 12,6 Millionen Kinder verrichten gefährliche Arbeit und das mehrheitlich bis zu 16 Stunden am Tag.

Die Ursachen von Armut sind mannigfaltig. Auf der einen Seite treibt die Regierungspartei durch eine systematische Unterdrückung von Minderheiten die Aufweitung der Schere zwischen besser und schlechter gestellten Inder:innen voran. Auf der anderen Seite sorgen anhaltende Ernteausfälle, Hitzewellen und Fluten, die allesamt auf die Klimakrise zurückzuführen sind, für eine Verschärfung von Armut.

In diesem Zusammenhang könnte man meinen, dass die indische Regierung auf Grund der schieren Größe der Bevölkerung nicht hinterherkommt Armut erfolgreich zu bekämpfen. Diese Erklärung hinkt in Anbetracht der Tatsache, dass NGOs, die humanitäre Tragödien abzufedern versuchen, der Geldhahn zugedreht wird. So wird im Sinne der hindu-nationalistischen Regierung unter anderem christlichen und muslimischen, Menschenrechts- und Umweltorganisationen das Annehmen von Spenden aus dem Ausland deutlich erschwert und dies mit dem Gesetz über ausländische Finanzzuwendungen (FCRA) gerechtfertigt. Die Begründung: NGOs würden mit ihren Berichten über die humanitäre Lage in Indien dem „Ansehen“ des Landes schaden. Demnach müssen Organisationen, die Geld aus dem Ausland annehmen möchten, eine Lizenz beantragen. Diese wird allerdings nicht selten verweigert.

Die NGO BASS India bewegt sich in diesem zivilgesellschaftsfeindlichen Umfeld. Seit 1978 widmet sich BASS, eigentlich Bharath Abhyudaya Seva Samithi, dem Entgegensteuern von sozio-ökonomischen Ungleichheiten. Insbesondere in der Region in und um Guntur im Bundesstaat Andhra Pradesh leistet die NGO Sozial-, Bildungs- und Gesundheitsfürsorge sowie Nothilfe und Rehabilitationsmaßnahmen in Slums und ländlichen Gebieten. Mit 28 hauptamtlichen und 20 freiwilligen Mitarbeitenden implementiert BASS eine Bandbreite an Projekten, die benachteiligten Inder:innen zu Gute kommen. Neben reaktiven Initiativen nach Umweltkatastrophen, leistet die NGO permanente Angebote. So wird beispielsweise durch das Child Labour Eradication Special School Programm Kindern, die zuvor Kinderarbeit leisten mussten, eine Grundschul- sowie Berufsschulausbildung ermöglicht, um Kinderarbeit zu unterbinden. In dieser von BASS gegründeten Schule erhalten Kinder im Alter von acht bis 14 Jahre neben einer würdevollen Ausbildung auch emotionale Unterstützung sowie tägliches Mittagessen.

BASS Gründer: Joseph-Anthony (c) BASS

In einem Staat, in dem die Regierung widersprüchlich daherkommende Armutsbekämpfung betreibt, kommt ebendiesen NGOs eine besondere, ja lebenswichtige Bedeutung zu.

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