Veranstaltungseindruck: NextGens – Das Engagement junger Familienunternehmer:innen zwischen Erbe und Idealismus

21.12.2022 I Online-Gesprächsabend in unserer Reihe „Zivilgesellschaft und Arbeitswelt“ mit Julia Kaesemann von PHINEO gAG.

Am 12. Dezember 2022 veranstaltete der Förderverein Zivilgesellschaftsforschung mit Julia Kaesemann, einer Referentin der PHINEO gAG, einen Online-Gesprächsabend über Familienunternehmen. Die Moderatorin war Siri Hummel, stv. Direktorin des Maecenata Instituts.

Familienunternehmen sind die weltweit am weitesten verbreitete Unternehmensform und machen einen wesentlichen Teil der Umsätze und des deutschen Gesamtvermögens aus. Das Potenzial, mit diesem Vermögen einen positiven Beitrag für Umwelt und Gesellschaft zu leisten, ist daher enorm.

Julia Kaesemann, Projektleitung der Studie „NextGens – Zwischen Erbe und Idealismus,“ bot einen Einblick in die Forschungsmethoden und Ergebnisse. In ihrem Vortag fasste sie die Rahmenbedingungen der Studie zusammen, die ein gemeinsames Projekt der PHINEO gAG und der WHU – Otto Beisheim School of Management war und durch BMFSFJ, GIZ und die Bill and Melinda Gates Foundation gefördert wurde.

In Bezug auf Forschungsmethoden gab es eine quantitative Onlinebefragung von 100 NextGens sowie ausführliche qualitative Interviews mit 35 NextGens und 5 ExpertInnen. Der Erhebungszeitraum lief von 2020-2022.

Kaesemann erklärte, dass die Studie solche Mitglieder der NextGen einbezog, die zwischen 18 und 50 Jahre alt sind und in irgendeiner Form ein Unternehmen geerbt haben bzw. eine Unternehmensposition bekommen. In der Studie ging es um Familienunternehmen, die zwischen 1600 und 2008 gegründet wurden. Manche NextGens waren die 13. Generation im Unternehmen.

Laut Kaesemann engagiert sich ,,der überwiegende Teil der NextGens […] aus einem wertgeprägten Idealismus“ war aber unsicher, wie sie ,,über ihr Vermögen oder Engagement sprechen sollen“. Unter anderem setzen sich viele NextGens für den Umweltschutz ein, was ein großer Shift im Bezug auf ältere Generationen ist. Auf der anderen Seite gibt es weniger Interesse für Kultur. Weitere Ergebnisse bezogen sich u.a. auf Impact Investing und die Funktion von (langjährigen) Family Offices.

Im Großen und Ganzen setzen die NextGens sich mehr für systematische Veränderungen oder globale Themen ein als ihre Vorgängergeneration. Anders gesagt ,,Kerngeschäft und Engagement gehören für viele NextGens in Familienunternehmen zusammen.“

Die Veranstaltungen schloss mit interessanten Bemerkungen und Kommentaren des Publikums ab.

Der Förderverein Zivilgesellschaftsforschung wurde 2006 gegründet, um Forschung zu Zivilgesellschaft als kollektivem Aktionsfeld von Bürgerinnen und Bürgern zu unterstützen. Als Schwerpunkt fördern wir ein Forschungscollegium aus Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern am Maecenata Institut für Philanthropie und Zivilgesellschaft in Berlin. PHINEO gAG ist einem Berliner Think and Do Tank.

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Siri Hummel

Dr. Siri Hummel

Stellvertretende Direktorin des Maecenata Instituts
sh@maecenata.eu

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