TG Schlaglicht: RestART Beirut

08.08.2022 | RestART Beirut

Verschärfen sich gesellschaftliche Spannungen, werden diese oft mit einer tickenden Zeitbombe oder einem Pulverfass beschrieben. Entlädt sich dieser Zustand, kommt es sinnbildlich zu Kettenreaktionen, dem Ausbruch, ja zur Explosion. Diese drastischen Metaphern bleiben für gewöhnlich in Sprache gebunden. Im Fall von Beirut wurden diese Sprachbilder auf tragische Weise physische Realität als am 4. August 2020 im Hafen der libanesischen Hauptstadt 2750 Tonnen Ammoniumnitrat explodierten. In gewisser Weise gipfelt die politische Krise im Libanon in dieser Detonation, ist sie doch ein Resultat der eklatanten und unverantwortlichen Misswirtschaft der klientilistischen Regierung.

Zum einen kostete diese verheerende Explosion mindestens 207 Menschen das Leben. Zum anderen wurde die kunst- und kulturschaffende Szene Beiruts durch die Zerstörung von historischen Wahrzeichen, Kunstsammlungen und kulturellen Zentren vor eine große Herausforderung gestellt: Den Wiederaufbau.

Dieser Restauration haben sich diverse zivilgesellschaftliche Organisationen angenommen, darunter RestART Beirut. Als zivilgesellschaftliche Organisation agiert sie definitionsgemäß in der „Arena kollektiven Handelns in der Gesellschaft1, als dritter Sektor neben Staat und Markt.

Im Zentrum der Restaurationsbemühungen von RestART Beirut steht das historische Wahrzeichen und kulturelle Zentrum „Palais Sursock“, das zwei Weltkriege, den Fall des Osmanischen Reiches sowie den Libanesischen Bürgerkrieg (1975-1990) überstanden hat, jedoch durch die Detonation massiv beschädigt wurde. RestART ermöglicht und koordiniert den Wiederaufbau am Gebäude selbst (darunter: Wandmalereien, Stuckverzierungen und die antike Eingangstür) sowie die Restauration der Kunstsammlung des Palais.

Daneben widmet sich RestART weiterhin dem immateriellen Wiederaufbau der Kunstszene Beiruts durch die Unterstützung kultureller Veranstaltungen. So soll das kulturelle Erbe Beiruts auch für künftige Generationen erhalten und öffentlich zugänglich bleiben.

Die Unabhängigkeit von den Arenen des Staates und des Marktes bringt mit sich, dass diese Bemühungen ehrenamtlichen Unterstützer:innen, aber auch Zuwendungen in Form von Spenden obliegen. Zum Spendenformular.

1) Strachwitz, R. G. (2020). Basiswissen Zivilgesellschaft. (Opuscula, 140). Berlin: Maecenata Institut für Philanthropie und Zivilgesellschaft.

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