Wer spricht hier für wen? Deutsche Talkshows und die Zivilgesellschaft

09.09.2020 | Das progressive Zentrum |

Politische Talkshows erreichen Woche für Woche ein Millionenpublikum. Allerdings stehen diese Sendungen für die Art von medialem Diskurs, durch die sich eine gesellschaftliche Minderheit nicht (mehr) repräsentiert fühlt. Die Studie untersucht, wie es um die Repräsentation gesellschaftlicher Bereiche und politischer Ebenen in öffentlich-rechtlichen Talkshows bestellt ist. Pointiert lautet die Forschungsfrage: Wer spricht für wen?

Zentrale Erkenntnisse

  • Zwei Drittel aller Gäste kommen aus Politik und Medien: 8,8 Prozent aus der Wissenschaft; 6,4 Prozent aus der Wirtschaft; 2,7 Prozent aus der organisierten Zivilgesellschaft.
  • Besonders niedrig ist die Talkshow-Präsenz von Organisationen, die ein überdurchschnittliches Vertrauen in der Gesellschaft genießen (z.B Verbraucherschutz, NGOs, Gewerkschaften).
  • Zu Corona stieg der Anteil der Gäste aus der Wissenschaft auf 26,5 Prozent, aus dem Sozialbereich und der Bildung kamen zu Beginn der Krise nur jeweils 0,7 Prozent der Gäste.

Über die AutorInnen

Paulina Fröhlich leitet den Programmbereich „Zukunft der Demokratie“ bei Das Progressive Zentrum mit den drei Schwerpunktthemen: Repräsentation und Teilhabe, Populismus und Rechtsradikalismus sowie Innovationen und Visionen.

Johannes Hillje ist Policy Fellow bei Das Progressive Zentrum. Hauptberuflich ist er selbständiger Politik- und Kommunikationsberater und für Institutionen, Parteien, Politiker, Unternehmen und NGOs tätig.

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