PRESSEINFO: Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE) – Ist dort wirklich „die Zivilgesellschaft“ vertreten?

Die Auswahl der Verbände, welche die Deutsche Stiftung für Ehrenamt und Engagement (DSEE) in den Stiftungsrat entsenden möchte, repräsentiert nicht ansatzweise die Pluralität der Zivilgesellschaft in Deutschland.

Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE) Ist dort wirklich „die Zivilgesellschaft“ vertreten? Wer sich in einem unabhängigen Verein für den Klimawandel, für Freiheits- und Menschenrechte, für die Entwicklung unserer Demokratie, für Europa und andere brennende Herausforderungen unserer Gesellschaft engagieren will, hat keine Chance, aus Mitteln der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE) gefördert zu werden. Dieses gravierende Defizit des ganzen Stiftungsprojekts wird überdeutlich, wenn man sich die Auswahl der 9 Vertreter „der Zivilgesellschaft“ ansieht, die Bundesfamilienministerin Giffey im Rahmen eines Gründungsfestakts am 23. Juni in Neustrelitz bekanntgegeben hat. Die Bundesregierung hat demnach folgende Verbände zur Entsendung einer Vertreterin/eines Vertreters in den Stiftungsrat DSEE aufgefordert:

  • Bund der Deutschen Landjugend
  • Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege
  • Bundeskonferenz der Migrantenorganisationen
  • Bundesmusikverband Chor & Orchester
  • Bundesverband Deutscher Stiftungen
  • Bündnis für Gemeinnützigkeit
  • Deutscher Landfrauenverband
  • Deutscher Olympischer Sportbund
  • ein Vertreter oder eine Vertreterin der „Unfall- und Rettungsdienste“

Die moderne Zivilgesellschaft in ihrer Vielfalt wird durch diese Besetzung nicht auch nur ansatzweise vertreten. Auch werden zivilgesellschaftliche Grundsätze wie Selbstermächtigung und Selbstorganisation durch diese Form der Auswahl vollständig mißachtet. Vielmehr spiegelt sie ein veraltetes Konzept von Verbändedemokratie wider. Im Übrigen stehen den 9 ernannten Verbandsfunktionären 18 Vertretern von Regierung und Parlament gegenüber. Berücksichtigt man zudem, daß fast alle ausgewählten Verbände von staatlichen Subventionen oder Kontrakten abhängig sind, wird die Einseitigkeit der Berufung überdeutlich – ein Grund mehr, der ganzen Idee dieser Stiftung mit großer Skepsis zu begegnen.

Für weitere Informationen steht zur Verfügung: Rupert Graf Strachwitz (rs@maecenata.eu
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Rupert Strachwitz

Dr. phil. Rupert Graf Strachwitz

Vorsitzender des Vorstandes der Maecenata Stiftung
Direktor des Maecenata Instituts
rs@maecenata.eu

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