Für ein Europa der Bürgerinnen und Bürger. Ein Projekt der Maecenata Stiftung

Europe Bottom Up-Nr.2 | Für ein Europa der Bürgerinnen und Bürger. Ein Projekt der Maecenata Stiftung

Vorwort

Für ein Europa der Bürgerinnen und Bürger – das ist der Titel eines Projekts, das die Maecenata Stiftung auf Empfehlung ihres Stiftungsrates im Januar 2012 begonnen hat. Anlaß war die besorgniserregende Euroskepsis, die drohte, die öffentliche Meinung so sehr zu beeinflussen, daß die Politik sich dem beugen und von dem Projekt Europa distanzieren würde. Wir fanden, dies wäre für alle Europäer und für die Deutschen ganz besonders eine katastrophale Fehlentwicklung und wollten auch als kleine Stiftung dazu beitragen, dies zu verhindern.

Das schlimmste ist nicht eingetreten. Es gibt heute mindestens ebensoviele Vorkämpfer für das europäische Projekt wie Skeptiker; während diese eher an den Stammtischen sitzen, haben doch jene mehr Einfluß auf die politischen Entscheidungen. Auftritt und letztlich sehr bescheidene Erfolge einer euroskeptischen Partei bei der letzten Wahl zum Deutschen Bundestag sind dafür ein Indiz.

Dennoch müssen wir etwas tun. Wir müssen dafür arbeiten, daß wir ein Europa der Bürgerinnen und Bürger und kein Europa der Politiker und Verwaltungen, ein Europa der Europäer und kein Europa der Nationalstaaten bekommen. Dieses Ziel und die Notwendigkeit, aktiv hierfür zu kämpfen, sind vielen nicht bewußt, obwohl sie es im Grunde unterstützen. Das Europäische Jahr der Bürgerinnen und Bürger, zu dem das Jahr 2013 ausgerufen wurde, findet beispielsweise kaum Aufmerksamkeit. Daher setzt die Stiftung ihr Projekt fort. Es besteht aus vielen kleinen Einzelprojekten. Das einzige größere trägt den programmatischen Titel Europa und das Mittelmeer.

Seit 1. Oktober 2013 gehört zu dem Projekt auch eine Publikationsreihe. Europa Bottom-Up will Texten, die unser Anliegen unterstützen, Aufmerksamkeit verschaffen. Die Texte müssen nicht aus dem eigenen Arbeitskontext stammen.

Das hier vorgelegte Heft 2 soll die Stiftung und mich selbst ein Stück weit legitimieren. Wir sind nicht erst seit 2012 damit unterwegs. Schon lange treibt mich Europa um, nicht zuletzt als langjähriges Vorstandsmitglied der Kulturstiftung Haus Europa (1990-2010) und Mitglied des Rates des europäischen Verbandes Europa Nostra (1992- 2010). Die Stiftung ist Trägerin des Programms Maecenata International, das seit 2001 im europäischen Netzwerk Transnational Giving Europe mitarbeitet. Im Maecenata Institut haben wir an zahlreichen europäischen Projekten mitgewirkt. Davon zehren die nachfolgenden Beiträge, die über die Jahre entstanden sind. Sie sind auf Deutsch und Englisch verfaßt. Ein Beitrag, der sich auf das Mittelmeerprojekt bezieht, das wir gemeinsam mit dem Deutsch-Italienischen Zentrum Villa Vigoni durchführen, ist auf Italienisch. Für die Übersetzung und für das ebenfalls abgedruckte Protokoll des ersten Workshops zu diesem Teilprojekt danke ich Pierantonio Rumignani von Herzen. 

Rupert Strachwitz

Dr. phil. Rupert Graf Strachwitz

Vorsitzender des Vorstandes der Maecenata Stiftung
Direktor des Maecenata Instituts
rs@maecenata.eu

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