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22.08.2022 | Open Medicine Foundation

Was haben Open Medicine Foundation und Volvo gemeinsam? Zunächst bewegen sich sowohl die Stiftung als auch der Automobilriese in einem kompetitiven Umfeld, denn sowohl in der Medizin als auch der Autoindustrie versuchen sich Unternehmen durch Innovationen Vorteile gegenüber ihrer Konkurrenz zu verschaffen. Was gut für die eigene Stellung im Markt ist, erweist sich jedoch nicht selten als verheerend für Forschung und Fortschritt. Hier kommt eine zweite Gemeinsamkeit zwischen OMF und Volvo zum Tragen und diese ist bemerkenswert.

Der schwedische Automobilhersteller Volvo hat 1959 den Dreipunkt-Sicherheitsgurt erfunden und machte ihn dank eines offenen Patents für alle anderen Autobauer zugänglich. Diese Erfindung gilt seit je her als der wichtigste Lebensretter im Straßenverkehr. Somit stellt Volvo gesellschaftlichen Fortschritt und Gesundheit über finanziellen Profit.

Diesem Verständnis von genuin gemeinnütziger anstatt profit-bringender Innovation hat sich die Open Medicine Foundation (OMF) verschrieben. Mit offener und kooperativer Forschung stellt sich die OMF gegen die in der Gesundheitsforschung vorherrschende Geheimniskrämerei bei Forschung und Entwicklung, die, laut einer Untersuchung des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen in Köln, „in den vergangenen Jahrzehnten wahrscheinlich Zehntausende Personen das Leben gekostet“[1] hat.

Die OMF finanziert die medizinische Forschung auf dem Gebiet komplexer und chronischer Krankheiten, um wirksame Behandlungen zu finden, die Diagnosen zu verbessern und den Zugang zu einer hochwertigen Versorgung zu erleichtern. Die Leitstrategie der OMF konzentriert sich auf eine offene, kooperative Forschung, damit Menschen mit derartigen Krankheiten so schnell wie möglich präzise Diagnoseinstrumente und lebensverändernde Behandlungen zur Verfügung gestellt werden können. Zu den Krankheitsschwerpunkten von OMF gehören Borreliose nach Behandlung und Fibromyalgie sowie Myalgische Enzephalomyelitis / Chronisches Müdigkeitssyndrom (ME/CFS). Letztere Syndrome machen seit 2019 als typische Covid- Long Covid Symptome eine traurige Karriere. Laut einer groß angelegten Studie aus den Niederlanden leidet jeder Achte (12,7%) der Covid-Infizierten an diesen ME/CFS.[2] Fibromyalgie, eine chronische Schmerzerkrankung, ist dagegen nach wie vor noch wenig erforscht.

Mit der Einrichtung von 7 Kooperationszentren in 4 Ländern und 3 Kontinenten folgt die OMF dem Credo und zugleich Appell an die medizinische Forschung, wissenschaftliche Daten und Ergebnisse zu teilen und öffentlich zu halten.

Auf dem Foto sind die Direktoren der kollaborativen Forschungszentren abgebildet. Von links:
Wenzhong Xiao, PhD
Co-Director – The Ronald G. Tompkins Harvard ME/CFS Collaboration
Jonas Bergquist, MD, PhD
Chief Medical Officer & Director – The ME/CFS Collaboration at Uppsala University
Alain Moreau, PhD
Director – ME/CFS Collaborative Research Center at the CHU Sainte-Justine/ Université de Montréal
Ronald W. Davis, PhD
Director – ME/CFS Collaborative Research Center at Stanford University
David Systrom, MD
Co-Director – The Ronald G. Tompkins Harvard ME/CFS Collaboration
Christopher Armstrong, PhD
Director – Melbourne ME/CFS Collaboration

Zum Spendenformular

[1] https://www.nzz.ch/geheimniskraemerei_in_der_medizin-ld.920989

[2] https://www.zeit.de/gesundheit/2022-08/long-covid-erkrankung-studie-lancet

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