TG Schlaglicht: Seed Madagascar

19.09.2022 | Seed Madagascar

Durch das Transnational Giving Programm können gemeinnützige Organisationen aus dem Ausland über die Maecenata Stiftung Spenden aus Deutschland beziehen, die für die Spender:innen steuerbegünstigt sind. Eine attraktive Möglichkeit, die vielfach genutzt wird, so etwa von Einrichtungen aus dem Kultur- Bildungs- und Gesundheitswesen, aber auch von Organisationen, die sich für Armutsbekämpfung, Entwicklung und viele weitere gemeinnützige Zwecke einsetzen. Um einen Eindruck von diesen breitgefächerten Aktivitäten und Einsatzorten zu vermitteln und zu zeigen, wie zivilgesellschaftliches Engagement aussehen kann, wird die Arbeit einiger, zufällig ausgewählter akkreditierter Empfängerpartner in der Rubrik „TG Schlaglicht“ näher beleuchtet.

Oft scheint die Lösung drängender gesellschaftlicher und politischer Probleme auf der Hand zu liegen. Zum Gelingen müssten bloß noch alle mitmachen und sich an die gemeinsam gefassten Regeln halten. In der Realität erweist sich diese Vorstellung indes oft als theoretischer Wunschtraum, zu groß ist das Misstrauen in die Kooperationswilligkeit der anderen. Zu attraktiv erscheint es zudem, selbst die Gruppe zu hintergehen und kurzfristigen Profit zu schlagen. Das Spannungsverhältnis zwischen Individuum und Kollektiv beschäftigt die Menschheit mindestens seit Aristoteles‘ staatsphilosophischer Schrift Politiká. Seither ist klar: Die Menschheit steht vor einem Dilemma, bekannt unter der Bezeichnung „Collective Action Problem“, welches wie folgt charakterisiert wird: Der Einzelne muss entscheiden, ob er zum Wohle der Gruppe kooperiert oder zum eigenen Vorteil abtrünnig wird, wobei er bedenken muss, dass die gesamte Gruppe darunter leidet, wenn jeder abtrünnig wird.

Während Sozialwissenschaftler:innen das menschliche Verhalten theoretisch zu erklären suchen und anhand von  Rational-Choice-Modellen, spieltheoretischen Equilibria, Kooperationstheorien mit idealistischen und rationalistischen Herangehensweisen sowie vielen weiteren Ansätzen versuchen, Lösungen für kollektive Probleme dieser Art zu finden, gehen unzählige zivilgesellschaftliche Organisationen die Herausforderung des Collective Action Problems beherzt vor Ort an, nach dem Motto „einfach machen“. Diesem zupackenden Beispiel folgt auch die NGO „Seed Madagascar“, die sich regionalen Herausforderungen vor Ort widmet. Mit ihrer lokalen Ausrichtung ist die Organisation im Südosten des Landes aktiv und verwirklicht insbesondere in der Region Anosy Projekte zur nachhaltigen Entwicklung, Bildung und Gesundheit, Lebensunterhalt sowie zum Naturschutz, die sich allesamt an den Leitlinien der Nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) orientieren (und gerade diese enthalten als globale Nachhaltigkeitsagenda Paradebeispiele für das oben beschriebene Dilemma des Collective Action Problems, etwa im Bereich des Klimaschutzes und vielen mehr). Damit alle Beteiligten mitziehen, ist das erklärte Hauptziel der Initiativen von Seed Madagascar die Hilfe zur Selbsthilfe, das sog. „Capacity-Building“ von Einzelpersonen und Gemeinden. Das beinhaltet auch den Aufbau von Vertrauen in die anderen. Zuletzt legte die Organisation einen Fokus auf die Zählung seltener Primaten-Arten in den Wäldern der Region, um anhand ihrer Erkenntnisse geeignete Naturschutzmaßnahmen zu implementieren und so die Biodiversität zu erhalten.

Deutlich wird am Beispiel von Seed Madagascar insbesondere eines: Je mehr Menschen diesem entschlossenen lokalen Exempel im Sinne einer kooperativen, vertrauensvollen Bewegung folgen, desto eher kann das Collective Action Problem durch gemeinschaftliches Handeln gelöst werden.

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