Dr. Rupert Graf Strachwitz zur neuen Engagementstrategie der Bundesregierung

Neue Engagementstrategie der Bundesregierung wird partizipativ erstellt

Im Rahmen der letzten Klausurtagung des Bündnisses für Gemeinnützigkeit im Januar 2015 wurde bekannt, dass das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), federführend auch in der Thematik Zivilgesellschaft und Bürgerschaftliches Engagement, die Engagementstrategie der Bundesregierung neu erarbeiten will. Es entstand die Idee, dem Ministerium hierzu den Vorschlag zu machen, dies in einem partizipativen Prozess mit Akteuren und Experten aus der Zivilgesellschaft zu tun. In einer kleinen Ad-hoc-Arbeitsgruppe, bestehend aus Hans Fleisch, Ansgar Klein, Rupert Graf Strachwitz und Olaf Zimmermann wurde dieser Vorschlag konkretisiert und dem Ministerium übermittelt.

 

Erfreulicherweise griff das Ministerium den Vorschlag auf und lud am 11. Juni 2015 einen Kreis von 25 Experten zu einer Kick-Off-Veranstaltung ein. Unter den Eingeladenen waren leitende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in zivilgesellschaftlichen Organisationen ebenso wie Wissenschaftler und Berater. Der zuständige Abteilungsleiter, Dr. Heiko Geue, erläuterte unter der Überschrift ‚Wohin die Reise gehen soll‘ zu Beginn die Ausgangssituation. Dann folgte ein kurzes Einführungsreferat von Ulrich Becker. Anschließend wurden in zwei Arbeitsgruppen die Fragestellungen

  1. Welche neuen Handlungsansätze / methodischen Veränderungsbedarfe sehen Sie bei der Engagementpolitik? und
  2. Welche inhaltlichen Schwerpunktthemen sollte die Engagementpolitik beinhalten und warum?

diskutiert, bevor versucht wurde, ein erstes Fazit zu ziehen. Die Fortsetzung des Dialogs auf gleicher Augenhöhe war ein zentrales Anliegen aller Anwesenden. Die vorschlagsleitende Rolle der Zivilgesellschaft wurde von den Experten hervorgehoben und von den Vertretern des Ministeriums im Grunde akzeptiert. Weitere Workshops sollen folgen.

Für das Ministerium und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist die neue Arbeitsweise gewiss noch ungewohnt. Schon der Umgang der zivilgesellschaftlichen Akteure miteinander konnte sie in Erstaunen versetzen. Aber ein guter Anfang schien es doch zu sein. Wie sich das Projekt weiter entwickelt, wird man sehen.

Dr. Rupert Graf Strachwitz
Maecenata Institut für Philanthropie und Zivilgesellschaft, Berlin